Gesangsausbildung

Profil

Im Rahmen der Gesangsausbildung werden die Studierenden zu Berufssängerinnen und -sängern ausgebildet. Dies ermöglicht es den Absolventen, selbstständig und differenziert mit Stimme und Körper umzugehen und diese stilgerecht in den Bereichen Oper, Oratorium und Lied einzusetzen.

Ziel ist es, möglichst gute Voraussetzungen zu schaffen für die beruflichen und alltäglichen Wirkungsbereiche eines Sängers durch breite und vielseitige musikalische Bildung auf der Basis einer gesamtmenschlichen Betrachtung der Studierenden, damit diese auch physisch und psychisch gerüstet sind für eine erfolgreiche Behauptung in der Vielfalt des musikalischen Berufslebens.

Das besondere Profil der Studienrichtung zeigt sich in der praxisorientierten Ausbildung mit vielen öffentlichen Auftrittsmöglichkeiten: Produktionen der Opernschule unter professionellen Bedingungen im Landestheater Detmold und im Sommertheater, Zusammenarbeit mit dem Studiengang Kirchenmusik („Musica sacra“ mit öffentlichen Kantatenreihen), eine hochschuleigene Liedreihe, auch in Verbindung mit anderen kulturellen Institutionen, sowie Chorerfahrung durch Mitwirkung in Chor- und Solistenensembles. Vermehrt soll dabei auf Team- und Kommunikationsfähigkeit, Organisationsfähigkeit, soziale Kompetenz sowie eine realistische Selbsteinschätzung der Studierenden geachtet werden. Die Stärkung der Selbstständigkeit sowie der psychischen und physischen Stabilität dient als Grundvoraussetzung für eine spätere Berufstätigkeit und trägt erheblich zur persönlichen Entwicklung der Studierenden bei. Studienbegleitend wird eine gegenseitige Reflexion und Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden realisiert.
Ein ausgeprägter Wahlpflichtbereich ist bedeutender Bestandteil dieser Studienrichtung. Selbstverständlich geschehen diese Planungen unter Einbeziehung aktueller Entwicklungen der Musiklandschaft.

Das Tätigkeitsfeld der ausgebildeten Sängerinnen und Sänger ist vor allem in Opernhäusern (sowohl als Solisten wie auch als Chorsänger) sowie bei Rundfunkanstalten zu finden. Daneben gilt weiterhin das Konzertieren bei öffentlichen oder privaten Institutionen (Oratorien, Liederabende) als essentieller Bestandteil des kulturellen Auftrages. Auch wenn dieses Tätigkeitsfeld allein in den seltensten Fällen eine materielle Existenz sichert, ist es doch unverzichtbarer Bestandteil des Ausdrucks einer Musikerpersönlichkeit wie auch des gesellschaftlichen Lebens. Die Studienrichtung dient damit auch der Vorbereitung auf eine Konzerttätigkeit.

Die internationale Dimension des Studiengangs zeigt sich einerseits bei den Studierenden selbst (aus mehr als 20 Ländern) sowie mit Blick auf den internationalen Arbeitsmarkt. Dabei dient die Unterrichtssprache Deutsch dem Verständnis der deutschen und europäischen Kulturgeschichte. Lehrveranstaltungen in weiteren Sprachen, vor allem Italienisch, sind zugleich Voraussetzung für das zu erarbeitende Repertoire.

Insgesamt gewährleistet dieser vielgestaltige Studiengang möglichst viel Freiraum zur persönlichen Profilbildung und doppelter Qualifikation. Eine größtmögliche Wahlfreiheit im Bachelorstudiengang "Oper/Konzert" schafft die Voraussetzung für eine anschließende Spezialisierung in einem Masterstudiengang.

Opernschule

Seit der Gründung der Hochschule versteht sich der Ausbildungszweig "Opernschule" in Detmold als besonders praxisorientierte Berufsausbildung. Neben der notwendigen musikalisch-stilistischen und szenischen Arbeit werden in Detmold die Studierenden überdies mit dem gesamten Umfeld der Theaterlaufbahn vertraut gemacht. So gehören Körperarbeit, von der Gymnastik bis zum Tanzen und Fechten, Sprachgestaltung, Fremdsprachen und theaterpraktische Kenntnisse genau zum Lehrangebot wie Theaterrecht. Unterricht in Musiktheorie, Musikgeschichte, Partitur und Instrumentenkunde schaffen die Basis für ein breit angelegtes Musikverständnis und ermöglichen damit die erste Kommunikation zwischen Musikern anderer Provenienz. Die Studierenden können sich in den ersten Semestern auf stimmtechnische Problem konzentrieren, bekommen aber schon szenischen Gruppenunterricht in Gruppen, indem ihnen die ersten Schritte auf den "Brettern, die die Welt bedeuten" erleichtert werden sollen. Nach dem vierten Semester wird in der Opernschule die in Frage kommende Opernliteratur erarbeitet und anhand von Arien, Duetten, größeren Ensembles bis hin zu ganzen Partien das Repertoire erweitert. 

In Detmold enthält die Ausbildung im Bereich Musiktheater auch die Auseinandersetzung mit dem Lied- und Oratoriengesang, mit dem Ziel, eine möglichst umfassend gebildete Sängerpersönlichkeit herauszuarbeiten. Der Unterricht erfolgt in zahlreichen Übe- und Unterrichtsräumen im Palais. Hier und im nahe gelegenen Detmolder Sommertheater finden neben dem Unterricht die szenischen Übungsabende statt. Das in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Detmold betriebene Opernstudio eröffnet den Studienreden die Möglichkeit der Beteiligung an den theatereignen Inszenierungen. Über diese praktische Förderung hinaus genießt die Opernschule das Privileg, jährlich große Produktionen unter professionellen Bedingungen im Landestheater durchzuführen.

Ehemalige Studierende der Opernschule finden sich heute an Häusern wie der Wiener Staatsoper oder der Metropolitan Opera New York.