Fünf neue Hochschullehrer
Die Hochschule für Musik Detmold kann ab dem Wintersemester 2010 fünf neue Kollegen in dem Kreis ihrer Instrumentallehrer begrüßen: Für das Fach Violine werden Prof. Elina Vähälä-Gothoni und Prof. Koh Gabriel Kameda verantwortlich zeichnen, und Klavierkammermusik wird von dem Pianisten Prof. Peter Orth unterrichtet. Das Fach Posaune wird Prof. Otmar Strobel übernehmen, und die Professur für Violonello wird in die Hände von Prof. Alexander Gebert gelegt.
Elina Vähälä wurde 1975 in den USA geboren und wuchs in Finnland auf. Im Alter von drei Jahren begann sie Violine zu spielen, und zwar am Lahti Conservatory. Sie studierte bei Zinaida Gilels, Ilja Grubert und Pavel Vernikov an der Kuhmo Violin School und von 1994 bis 1999 an der Sibelius Academy bei Tuomas Haapanen. Seit 1998 wurde sie auch von Ana Chumachenko in München unterrichtet. Seit ihrem Debüt als Solistin mit der Sinfonia Lahti im Alter von 12 Jahren ist sie diesem Orchester besonders verbunden, aber auch dem English Chamber Orchestra, mit dem sie immer wieder weltweit gastiert. Schon im Alter von 15 Jahren war sie Preisträgerin des Lipinsky-Wieniawski-Wettbewerbs in Lublin (Polen), 1999 gewann sie die Young Concert Artists International Auditions New York und 2000 den Joseph Joachim-Violinwettbewerb in Hannover. Sie spielte die Uraufführungen von Aulis Sallinens Chamber Concerto und Curtis Curtis-Smith’s Double Concerto, beide für sie und den Pianisten und Dirigenten Ralf Gothóni geschrieben. Sie spielte auch die skandinavische Erstaufführung von John Coriglianos Violinkonzert "The Red Violin". Als Kammermusikerin musiziert sie mit Partnern wie Juri Bashmet, Ana Chumachenko, Patrick Gallois, Itamar Golan, Ralf Gothóni, Ivry Gitlis, Bruno Giuranna, Jan-Erik Gustafsson, Steven Isserlis, Frans Helmerson und mit dem Orion String Quartet. Vähälä spielt eine Stradivari-Violine aus dem Jahr 1678, die ihr von den Finnish Cultural Foundation zur Verfügung gestellt wird.
Koh Gabriel Kameda wurde in Deutschland geboren und studierte bei Josef Rissin an der Hochschule für Musik Karlsruhe und bei Pinchas Zukerman an der Manhattan School of Music. Er erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise, vor allem seit dem Gewinn des Henryk Szeryng-Wettbewerbes in Mexiko 1997 dehnten sich seine Aktivitäten weltweit aus. Sein Debut gab der Geiger im Alter von 13 Jahren mit dem Violinkonzert Nr. 5 von Henri Vieuxtemps und dem Baden-Badener Sinfonieorchester, seitdem spielt er in den Konzertsälen Europas, Asiens, Nord- und Südamerikas und trat mit verschiedenen renommierten Ensembles und Orchestern auf, darunter die Staatskapelle Dresden, die Berliner Sinfoniker, das Sinfonieorchester des Südwest-Rundfunk, der ORF, des BRT (Belgien), das Osaka Symphony Orchestra, Israel Philharmonic Orchestra, Japan Philharmonic Orchestra, Züricher Kammerorchester, Kölner Kammerorchester, National Symphony of Ireland, Mexican Symphonic State Orchestra, die Philharmonica Hungarica, die Hamburger Symphoniker, das Tokyo Symphony Orchestra, New Japan Philharmonic, Tokyo Metropolitan Orchestra und Athens State Orchestra. Einer Fernsehserie, produziert vom japanischen Fernsehsender NHK, in der er als Schauspieler auftrat und auch den Soundtrack einspielte, folgten 1990 Debutkonzerte in Tokyo (Suntory Hall) und Osaka (Symphony Hall). Im Jahre 2000 spielte er in der Suntory Hall nicht weniger als fünf mal vor ausverkauftem Haus. Im Jahre 1993, ein Jahr vor Witold Lutoslawskis Tod, führte Kameda unter dessen Leitung das Werk "Chain II" auf; dabei entstand auch der letzte Live-Mitschnitt des Komponisten. 1994 wurde Kameda von Pinchas Zukerman als "Surprise Guest" in Tel Aviv vorgestellt und spielte unter dessen Leitung das Tschaikovsky-Violinkonzert mit dem Israel Philharmonic Orchestra. Eines der Projekte, die Kameda besonders am Herzen liegen, sind seine Konzerte in Krankenhäusern. Über seinen langjährigen Einsatz auf diesem Gebiet filmte TV Tokyo eine einstündige Dokumentation. Im April 2002 brachte Kameda das Violinkonzert von Louis Gruenberg (ursprünglich in Auftrag gegeben und aufgenommen von Jasha Heifetz im Jahr 1945) in Japan mit dem New Japan Philharmonic unter Gerard Schwarz zur Uraufführung. Von 2004 bis 2009 unterrichtete Koh Gabriel Kameda an der Zürcher Hochschule.
Nach Abschluss seines Studiums bei Adele Marcus an der Juilliard School wurde der in Philadelphia geborene Pianist Peter Orth von Rudolf Serkin zum "Marlboro Music Festival" eingeladen. Serkin bot dem Nachwuchspianisten an, privat mit ihm zu arbeiten. Der 1. Preis des Internationalen Klavierwettbewerbs von Naumburg 1979 markierte den Beginn einer internationalen Karriere. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen, darunter der "Shura-Cherkassky-Preis" sowie der "Fanny Peabody Mason Ward" in Boston. Als Solist spielte Peter Orth mit dem Philadelphia Orchestra, dem New York Philharmonic Orchestra, dem Residentie Orkest Den Haag, dem Orchestre National de Lyon, dem Orquesta Nacional de Espana, der Norddeutschen Philharmonie und mit zahlreichen Symphonieorchestern, darunter Chicago, Detroit, Montreal, Pittsburgh und Saint Louis. Auf diese Weise trat er in künstlerischen Kontakt mit Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Charles Dutoit, Raymond Leppard, Zubin Mehta, Aldo Ceccato oder Leonard Slatkin. Orth veröffentlichte zahlreiche CDs. Die beiden Klavierquintette von Fauré mit dem Auryn Streichquartett wurde 1998 in Großbritannien mit dem CD Classic Award prämiert. Seit 1991 konzertierte Orth auch in renommierten Sälen Europas, darunter die Wigmore Hall London und das Concertgebouw Amsterdam. Peter Orth ist regelmäßiger Gast bei renommierten Festivals.
Der Posaunist Otmar Strobel hat eine bemerkenswerte Orchesterkarriere hinter sich: Er absolvierte von 1985 bis 1992 ein Studium bei Branimir Slokar in Trossingen. Wichtige kammermusikalische Erfahrungen sammelte er noch während seines Studiums im renommierten "Slokar Posaunenquartett". 1987 wurde er als Soloposaunist des Philharmonischen Orchesters Dortmund verpflichtet, bevor er 1999 in gleicher Funktion vom Gewandhausorchester Leipzig engagiert wurde. Otmar Strobel ist Mitbegründer der "German Philharmonic Big Band". Er unterrichtet seit 2004 die Orchester-Akademisten des Gewandhausorchesters im Fach Posaune und hatte seit 2005 einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in Weimar.
Der Cellist Alexander Gebert wurde 1977 in Warschau in eine Musikerfamilie geboren, die 1980 nach Finnland emigrierte. Mit fünf Jahren begann er sein Cellostudium in der Klasse von Timo Hanhinen am Konservatorium in Turku. 1989 wurde er an die Sibelius-Akademie in Helsinki aufgenommen, wo Csaba Szilvay, Victoria Yaglig, Kazimierz Michalik und Heikki Rautasalo seine Lehrer waren. Zwischen 1995 und 1998 studierte er als Stipendiat des polnischen Staates an der Warschauer Chopin-Akademie. Danach setzte er seine Studien bei Philippe Muller am Conservatoire de Paris und als DAAD-Stipendiat an der Stuttgarter Musikhochschule bei Natalia Gutman fort. 2002 wurde ihm in Paris ein Drei-Jahres-Stipendium der Groupe Banques Populaires zuerkannt. Gebert gewann seinen ersten internationalen Wettbewerb mit 16 Jahren; 1997 wurde mit dem 2. Preis im Warschauer Lutoslawski-Wettbewerb ausgezeichnet, und im Jahr 2000 gewann er hintereinander den 3. Preis des Antonio-Janigro-Wettbewerbs in Zagreb, den 2. Preis sowie den Publikumspreis des Internationalen Wettbewerbs in Genf, und schließlich den 1. Preis im "Concorso Valentino Bucchi" in Rom. Er ist in Europa und Nordamerika als Solist und Kammermusiker bei einer Reihe renommierter Musikfeste aufgetreten. Seit Ende 2004 ist er Cellist des Altenberg Trios Wien.