Barockakademie

Nur wenige Jahre ist sie alt, die "Barockakademie der Hochschule für Musik Detmold". Um auch in unserer Hochschule in Zukunft Akzente im Bereich der Alten Musik zu setzen, wurde sie 2003 von den Professoren Ulrike-Anima Mathé und Gerhard Weinberger ins Leben gerufen. Derzeitige Leiter der Barockakademie sind Ulrike-Anima Mathé, Monika Bovenkerk und Tomasz Nowak.
Geprobt wird immer projektbezogen für zwei oder drei Konzerte im Jahr. Erfreulicherweise ist das Interesse bei den Studierenden so groß, daß kaumt alle Anmeldungen berücksichtigt werden können, zumal die Besetzung sowohl im Orchester als auch im Chor bewußt klein gehalten wird.
Die Erarbeitung der Werke geschieht unter besonderer Berücksichtigung einer historisch orientierten und historisch fundierten Aufführungspraxis. Sprechende Artikulation, Berücksichtigung des Akzentstufentakts, sparsamer Einsatz des Vibratos, Messa di voce-Technik sind nur einige Parameter einer insgesamt sehr kammermusikalischen Musizierweise, bei der jedes Ensemblemitglied individuell gefordert ist. Da immer häufiger in der Konzertpraxis des späteren Berufs die Kenntnis dieses barocken Musizierstils gewünscht wird, ist es dringend notwendig, bereits im Studium historische Spiel- und Gesangspraxis zu vermitteln und anhand beispielhafter Werke der Barockliteratur zu erarbeiten. Darüber hinaus gilt es, die Studierenden frühzeitig mit einem Repertoire bekannt zu machen, das in ihrem späteren Berufsleben zum Alltag gehört: die großen geistlichen Werke von Bach und Händel, aber auch Concerti Grossi und andere konzertante Barockliteratur.
Die Erlernung dieser Musizierweise ist auch auf neuen Instrumenten sehr wichtig, da in der Berufspraxis oft keine alten Instrumente zur Verfügung stehen. Trotzdem sollten alte Instrumente das Ziel sein, da Vieles (wie z. B. die Klangbalance zwischen Chor und Orchester) damit besser zu realisieren ist. Die Hochschule hat in dieser Richtung schon Einiges auf den Weg gebracht, wie z. B. die Anschaffung von Barockbögen, Barocktrompeten oder Barockpauken. 
In der nur kurzen Zeit ihres Bestehens konnten Vokal - und Instrumentalensemble der Barockakademie beim Publikum und in der Presse herausragende Erfolge verzeichnen. Die Möglichkeit, die Konzerte nicht nur in Detmold zu veranstalten, sondern auch in den wunderschönen barocken Räumen (Kaisersaal und Abteikirche) von Schloß Corvey zu wiederholen, ist dabei ein besonderer Glücksfall. Im Dezember 2005 führten Vokal - und Instrumentalsolisten-Ensemble den 2. Teil des Bachschen Weihnachtsoratoriums auf und im darauffolgenden Jahr die Matthäuspassion von J. S. Bach. 
Eine Konzertreise nach Paris mit Händels Messias und eine CD-Produktion mit Auszügen aus dem Messias schlossen das Jahr 2007 ab. In den zehn Jahren ihres Bestehens hat sich die Barockakademie mittlerweile zu einem Spezialensemble für Alte Musik entwickelt, dessen Ruf weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht Erfolge bei Publikum und Presse feierte das Ensemble u. a. mit Aufführungen von Bachs H-Moll-Messe in Paris (2007), drei Konzerten mit Bachmotetten in Israel (2009) und Konzerten mit der Johannespassion bei Barockfestivals in Kroatien und Slowenien (2010). Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt im Rahmen des Bachfestes 2013. Seit Mai 2015 findet jährlich eine Festwoche in Detmold unter dem Titel „Tage Alter Musik“ statt mit Kursen auswärtiger Spezialisten für Historische Instrumental-und Auffürungspraxis, sowie Konzerten des Instrumentalensembles mit Werken aus der Kammermusik-, Orchester-, Chor- und Orgelliteratur.