On the road
Im Frühjahr 2003 trat die Big Band der HfM Detmold eine Konzertreise an, die unter besonderen Vorzeichen stand, führte sie doch in die Höhle des Löwen - nach London, wo Bobby Lamb tätig ist...
Zwei Insider berichten - die Studierenden Frank Kieseheuer und Charlotte Zörner:
Höhepunkt unserer Europa-Tour 2003 war die britische Metropole London. Wir besuchten die Trinity-Big-Band und ihren Leader Bobby Lamb, um eine Woche gemeinsam aufzutreten. Bobby hatte 1993 die Big-Band der Hochschule für Musik Detmold zum ersten Mal zum Klingen gebracht - seitdem bestehen freundschaftliche Kontakte zwischen London und Detmold.
Auftakt unserer Tour war ein Konzert im legendären Detmolder Kaiserkeller, einer Jazzkneipe, die sowohl jungen Jazzmusikern als auch etablierten Profis ein Podium bietet und daher zu einem festen Bestandteil des Hochschullebens geworden ist. Sämtliche Fans aus Detmold und Umgebung füllten den Kaiserkeller bis auf den letzten Platz und bereiteten uns einen rauschenden Abschied und damit einen euphorischen Start der London-Tour. So ging es, nach einem 4-Uhr-Imbiss, gesponsert durch unseren Wirt Steve, gegen 5.30 Uhr Richtung Insel.
Unsere englischen Freunde begrüßten uns herzlich; nicht nur der erste Abend mit "Pizza" und englischem Bier, sondern auch die Bereitschaft, bis zu vier Musiker von uns bei sich auf vier Quadratmetern eine Woche übernachten zu lassen, zeugten von beispielloser Gastfreundschaft. Die Tour führte uns von Ascot, der High-Society-Pferderennen-Location, über die Trafalgar-Tavern in Greenwich bis zum Mick-Jagger-Center in Dartford. Wir lieferten uns mit unseren Gastgebern jeden Abend einen gnadenlosen "Battle Of The Bands", der uns von Abend zu Abend zu neuen Höchstleistungen anspornte.
Unser Bandleader Ollie Groenewald verstand es, uns trotz der anstrengenden Sight-Seeing-Touren, die wir tagsüber individuell gestalten konnten, abends immer wieder aus der Reserve zu locken.
Durch spontane Aktivitäten - wie das Ändern der Kleiderordnung eine Stunde vor dem Gig (nähere Gründe bleiben wohl für immer verborgen) - demonstrierte er professionelles Handling und absolute Souveränität in jeder Lebenslage.
Der Auftritt im "Bull's Head" in Barnes beeindruckte uns am meisten. In diesem Jazz-Lokal traten u. a. Miles Davis oder Wayne Shorter auf. Besonders unsere Solisten, darunter Freddie, Shawn und Christoph, ließen sich durch diese Atmosphäre beflügeln.
Zum Abschluss spielten wir einen englischen Jazz-Frühschoppen im Rainer's in Harrow. Nach diesen erlebnisreichen Tagen fuhren wir zurück auf das Festland, um uns musikalisch und physisch auf den Gegenbesuch der Londoner vorzubereiten.