Barockakademie der Hochschule für Musik Detmold

Nur wenige Jahre ist sie alt, die "Barockakademie der Hochschule für Musik Detmold". Um auch in unserer Hochschule in Zukunft Akzente im Bereich der Alten Musik zu setzen, wurde sie 2003 von den Professoren Ulrike-Anima Mathé und Gerhard Weinberger ins Leben gerufen.

Autor: Joachim Thalmann | zuletzt aktualisiert: 04.04.2011
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Aufgaben

Ihre gute künstlerische Zusammenarbeit bildet sozusagen das Fundament der Barockakademie. Während Prof. Mathé das Instrumentalsolisten-Ensemble, das sich aus an Alter Musik interessierten Studierenden verschiedenster Instrumentalklassen zusammensetzt, leitet, obliegt Prof. Weinberger die Leitung des Vokalsolisten-Ensembles mit Studierenden vor allem der Hauptfach Sologesangsklassen, außerdem die Gesamtleitung bei größeren Aufführungen. Geprobt wird immer projektbezogen für zwei oder drei Konzerte im Jahr. Erfreulicherweise ist das Interesse bei den Studierenden so groß, daß oft gar nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden können, zumal die Besetzung sowohl im Orchester als auch im Chor bewußt klein gehalten wird.

Autor: Joachim Thalmann | zuletzt aktualisiert: 04.04.2011
 

Historische Aufführungspraxis

Die Erarbeitung der Werke geschieht unter besonderer Berücksichtigung einer historisch orientierten und historisch fundierten Aufführungspraxis. Sprechende Artikulation, Berücksichtigung des Akzentstufentakts, sparsamer Einsatz des Vibratos, Messa di voce-Technik sind nur einige Parameter einer insgesamt sehr kammermusikalischen Musizierweise, bei der jedes Ensemblemitglied individuell gefordert ist. Da immer häufiger in der Konzertpraxis des späteren Berufs die Kenntnis dieses barocken Musizierstils gewünscht wird, ist es dringend notwendig, bereits im Studium historische Spiel- und Gesangspraxis zu vermitteln und anhand beispielhafter Werke der Barockliteratur zu erarbeiten. Darüber hinaus gilt es, die Studierenden frühzeitig mit einem Repertoire bekannt zu machen, das in ihrem späteren Berufsleben zum Alltag gehört: die großen geistlichen Werke von Bach und Händel.

Wir finden, daß die Erlernung dieser Musizierweise auch auf neuen Instrumenten sehr wichtig ist, da in der Berufspraxis oft keine alten Instrumente zur Verfügung stehen. Trotzdem sollten alte Instrumente das Ziel sein, da Vieles (wie z. B. die Klangbalance zwischen Chor und Orchester) damit besser zu realisieren ist. Die Hochschule hat in dieser Richtung schon Einiges auf den Weg gebracht, wie z. B. die Anschaffung von Barockbögen oder jüngst die Anschaffung von Barockpauken. Letztere wurden beim Bachschen Weihnachtsoratorium im vergangenen Dezember und beim Mozartrequiem im Mai (hier zusammen mit Ventiltrompeten und Barockposaunen) eingesetzt.

Autor: Joachim Thalmann | zuletzt aktualisiert: 04.04.2011
 

Reputation

In der nur kurzen Zeit ihres Bestehens konnten Vokal - und Instrumentalensemble der Barockakademie beim Publikum und in der Presse herausragende Erfolge verzeichnen. Die Möglichkeit, die Konzerte nicht nur in Detmold zu veranstalten, sondern auch in den wunderschönen barocken Räumen (Kaisersaal und Abteikirche) von Schloß Corvey zu wiederholen, ist dabei ein besonderer Glücksfall. Nach einem Zyklus mit Bachschen Solokantaten 2003 und 2004 führte das Vokalsolisten-Ensemble zusammen mit dem bekannten Barockorchester "La Stravaganza Köln" im Dezember 2004 das Weihnachtsoratorium (Teil 1) von Bach auf, dem im März 2004 in Corvey die Johannespassion von Bach folgte (mit dem Barockorchester Concerto Hamburg). Im Dezember 2005 führten Vokal - und Instrumentalsolisten-Ensemble den 2. Teil des Bachschen Weihnachtsoratoriums auf und im vergangenen April die Matthäuspassion von J. S. Bach. Nur wenige Wochen später erklang Mozarts Requiem durch das Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie und das Detmolder Kammerorchester als gewichtiger kirchenmusikalischer Beitrag der Hochschule zum Mozartjahr.
Eine Konzertreise nach Paris mit Händels Messias und eine CD-Produktion mit Auszügen aus dem Messias schlossen das Jahr 2007 ab.

Autor: Joachim Thalmann | zuletzt aktualisiert: 12.12.2008